HISTORIE DES HAUSES

„Ehemalige Villa, dann Hotel, (…) dreigeschossiger Walmdachbau in Renaissanceformen mit Mezzaningeschoss und Balusterbalkons, von August und Friedrich von Thiersch, 1873/74, Kernbau von Joseph Poschner, 1838/39.“ So liest sich der Eintrag in der bayerischen Denkmalliste, kurz und prägnant, eine sachliche Beschreibung eines exklusiven Bauwerkes.

August und Friedrich von Thiersch waren beide berühmte Architekten und Hochschullehrer. Im Stile eines italienischen Herrenhauses entwarf August von Thiersch die Villa. Der Auftraggeber, Fürst Welmeir Michail Teodorowitsch wollte repräsentieren, Größe und Reichtum zeigen. Nach ihm wurde das Haus auch benannt: Villa Theodorowitsch.

Während August baute, beschäftigte sich Friedrich von Thiersch mit der Ausgestaltung. Damit ist die Villa wohl das einzige Werk, an dem die beiden Brüder gemeinsam gearbeitet haben.
 August wurde eher durch seine Lehrtätigkeit bekannt, obwohl er auch für einige Kirchen, öffentliche Bauten und Privathäuser verantwortlich zeichnete.
 Friedrich machte sich einen Namen durch seine Bauten für öffentliche Auftraggeber. Den Architektenwettbewerb für den Deutschen Reichstag gewann er gemeinsam mit dem späteren Erbauer. Für das Deutsche Kaiserhaus entwarf und baute er das prächtige Wiesbadener Kurhaus. In München ließ er den Justizpalast, in Frankfurt die Festhalle, in Ludwigsburg die Friedenskirche entstehen.

Einen Adelstitel erhielt die Villa selbst erst nach Auszug des Fürsten. Als „Grandhotel Bayerischer Hof – Tegernsee“ wurde die Villa einem größeren, wenn auch sehr betuchtem Publikum zugänglich. Mit seiner Lage am See, den großzügigen Räumlichkeiten und seiner fürstlichen Vergangenheit bot das Hotel seinen illustren Gästen das gewünschte Ambiente.

Noch heute erinnern Büsten der Brüder von Thiersch im herrschaftlichen Eingangsbereich an die Gestalter dieser Villa. Von 2013 bis 2015 wurde das Haus sehr aufwendig und hochwertig komplett neu saniert und erscheint nun in ganz neuem Glanz.